Mythos Königsberg oder alle Wege führen zu Kant, Hörbuch

Mythos Königsberg oder alle Wege führen zu Kant, Hörbuch

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Henning von Löwis of Menar
Mythos Königsberg oder alle Wege führen zu Kant, Hörbuch

Eine CD - Spieldauer 1:16:19
I. »Ännchen von Tharau«    0:42
Instrumental von Knut Becker und Jens Naumilkat
Aus »Reise durch Ostpreußen«, WDR, Köln / b.tont Verlag,
Berlin 1995
2. Alle Wege führen zu Kant    7:44
3. »Schmücke dich, liebe Seele«    1:00
von Johann Gottfried Walther (1684-1748).
Aus »Die Orgel des Doms in Kaliningrad klingt wieder«.
Interpret: Kantpreisträger Witalij Wassilijew. Brudenia,
Kaliningrad/Königsberg 1999
4. Die Geheimnisse von Fort Nr. 3    7:19
5. »Christus, der ist mein Leben«    1:25
von Johann Gottfried Walther (1684-1748).
Aus »Die Orgel des Dorns in Kaliningrad klingt wieder«.
Interpret: Kantpreisträger Witalij Wassilijew. Brudenia,
Kaliningrad/Königsberg 1999
6. Das verschüttete Herz von Königsberg    10:50
7. 60 Jahre am Pregel - Leben und Überleben im russischen    47:15
Königsberg


Der Königsberger Dom ist auferstanden aus Ruinen. Ein russischer Dombaumeister erweckte den »greisen Ordensmann« am Pregel zu neuem Leben. Und er sorgt dafür, dass Herzog Albrecht zurückkehren kann auf den Kneiphof. Immanuel Kant ist längst wieder da in der Stadt, die er zu Lebzeiten nur selten verließ. Und die von Soldaten 1945 enthaupteten Herrscher am Königstor erhielten 60 Jahre nach Kriegsende endlich neue Köpfe. Königsberg ist nicht sterblich. Königsberg lebt in Kaliningrad.
Und es wird täglich lebendiger. In Kaliningrad kommen sich Reußen und Preußen so nahe wie sonst nirgendwo. Hier koexistieren friedlich nebeneinander Schiller, Puschkin und Kant, Karl Marx und Peter der Große. Kein Weg führt zurück von Kaliningrad nach nach Königsberg, doch alle Wege in die Zukunft - heraus aus der Sackgasse der russischen Exklave in Europa - führen über Königsberg. Der doppelte Boden der Stadt wird 750 Jahre nach der Gründung Königsbergs durch Böhmenkönig Ottokar II. als Chance und Herausforderung begriffen. 60 Jahre nach dem Verlust der Metropole Ostpreußens sind die Deutschen im Begriff, die Weltbürgerrepublik Königsberg wiederzuentdecken - als Ort, in dem »die moderne Philosophie, die moderne Literatur und die moderne Politik in Deutschland erfunden wurden« (Jürgen Manthey).
Mehr und mehr Russen, die in Königsberg eine neue Heimat fanden, sind stolz auf das preußische Erbe ihrer
Stadt. Und manche träumen gar davon, dass sich dort,wo vor 750 Jahren alles begann und wo heute eine tiefe Wunde klafft, eines Tages wieder ein Schloss über dem Pregel erheben wird. Und vielleicht erklingt ja dann jeden Abend vom Schlossturm die alte Weise »Nun ruhen alle Wälder«.
So wie damals - vor der Zeitenwende in Königsberg.

60 Jahre am Pregel - Leben und Überleben im russischen Königsberg
Elvira Siroka erlebte, wie aus Königsberg Kaliningrad wurde, wie das Stadtschloss gesprengt und ein wuchtiges Räte-Haus aus dem Boden gestampft wurde. Sie war dabei, als Kaliningrader Kosmonauten zu Helden der Sowjetunion avancierten, und auch, als die jahrzehntelang gesperrte Stadt sich öffnete, Kant zurückkehrte auf seinen angestammten Platz vor der Universität und Scharen von Touristen an den Pregel strömten.
Als Wladislaw Gramzow 1945 aus dem Orenburger Gebiet hierher kam, glich Königsberg einer Mondlandschaft. Er half den Trümmerfrauen, erinnert sich, wie seine Mutter hungernde deutsche Babys fütterte und junge Russen mit jungen Deutschen tanzten- bis die Züge rollten und 100.000 Deutsche eine Reise ohne Wiederkehr antreten mussten.
Heute lebt er auf einer Insel im EU- Meer und träumt von einem Europa ohne Schlagbäume. Die beiden - eine der letzten Königsbergerinnen und einer der ersten Kaliningrader - sind sich nie begegnet. Was sie verbindet, ist eine Stadt, die von der Geschichte geschunden wurde wie kaum eine andere Stadt Europas.

ELVIRA SIROA , geboren 1930
in Lichteinen/Kreis Osterode, lebt seit 1945 in Königsberg/Kaliningrad. Sie arbeitete 38 Jahre lang als Zuschneiderin in einer Trikotagenfabrik.
Als Rentnerin engagiert sie sich auf vielfältige Weise in der Evangelischen Propstei Kaliningrad und betreut vor allem das TBC-Kinderkrankenhaus.

WLADISLAW Gimmzon, gebo, in Pensa, kam als Sohn eine schen Offiziers 1945 nach Ki Er diente als Fregattenkapitän sowjetischen Seestreitkräfte absolvierte die Hochschule in Minsk und lehrt heute an der Univ Kaliningrad Politische Wissenschaft

DER AUTOR:
Dr. Henning von Löwis of Menar, geboren 1948 in Freiburg/Elbe, Politikwissenschaftler und Journalist, ist Redakteur beim Deutschlandfunk in Köln. Er begann seine journalistische Laufbahn beim Norddeutschen
Rundfunk in Hamburg und war später für die Deutsche Welle, den Westdeutschen Rundfunk, Radio Portugal und den Südwestafrikanischen Rundfunk tätig. Von 1989 bis 1994 berichtete er als Korrespondent des Deutschlandfunks aus Mecklenburg-Vorpommern und dem Ostseeraum.
Seither richtet er sein Augenmerk vor allem auf Nordosteuropa, speziell die baltischen Staaten und Königsberg


Erstsendungen Deutschlandfunk Köln: die Reportagen liefen in der Reihe »Pormum«; das Feature »60 Jahre am Pregel - Leben und Überleben im russischen Königsberg«
wurde am 29. März 2005 gesendet. Sprecher: Folker Banik,
Gisela Birker, Marietta Bürger, Gisela Claudius, Günter Dybus, Franz Laake, Jürg Löw,
Reinhard Pede, Hendrik Stickan. Ton und Technik: Ernst Hartmann, Jürgen Hille.
Musik: »Abschied« von Knut Becker und Jens Naumilkat.
Aus »Reise durch Ostpreußen«, WDR, Köln/b.tont Verlag, Berlin 1995 Redaktion und Regie: Marcus Heumann.

Diesen Artikel haben wir am Montag, 26. Mai 2008 in unseren Katalog aufgenommen.

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