Nichts führt zurück

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Art.Nr.: 6197
Nichts führt zurück.
Flucht, Vertreibung, Integration Zeitzeugen-Erinnerungen 1944-1955
Tragödie von Flucht und Vertreibung

Kriegswinter 1944/45. Die Ostfront rückt immer näher. Die deutsche Bevölkerung wird in letzter Minute aufgefordert, ihre Heimatorte zu verlassen. Das große Fluchtchaos beginnt. Mehr als zwölf Millionen Deutsche werden im Zuge einer beispiellosen Flucht- und Vertreibungsaktion die deutschen Ostgebieten verlassen müssen. Viele gehen in dem Glauben, es sei eine vorläufige Maßnahme und sie könnten bald wieder zurück kehren.

Hertha Balduhn, eine junge Mutter mit drei kleinen Kindern, kämpft sich in Danzig durch die Frontlinie und entflieht als eine der Letzten der brennenden Stadt. Ihrer Schwester schreibt sie später: „Wochenlang befanden wir uns in ständiger Lebensgefahr. Doch der Tod wollte uns nicht."
Die Flüchtlinge erleben Unvorstellbares. Der lange Weg nach Westen im eisigen Winter des Jahres 1945 wird zum Kampf ums Überleben. Leichen liegen in den Straßengräben, Dörfer und Städte sind zerstört. Schutzlos sind die Flüchtlingstrecks den sowjetischen Luftangriffen ausgesetzt. Tausende, vor allem Kleinstkinder und Alte, halten die Strapazen nicht durch und sterben irgendwo unterwegs.

Für viele, die von der Roten Armee überrollt werden, geht es in Richtung Osten. In Viehwaggons, werden arbeitsfähige Männer und Frauen nach Sibirien verschleppt. Eine von ihnen ist Hildegard Bolle aus Elbing. Unter unmenschlichen Bedingungen muss die 16-Jährige dort Schwerstarbeit leisten. Krank und arbeitsunfähig wird sie Ende 1945 nach Deutschland geschickt. Knapp überlebt sie den Transport nach Sachsen. Sie soll sich bei der russischen Militärverwaltung in Berlin melden. Hungernd und bettelnd schlägt sie sich mit anderen nach Berlin durch. Hier erfahren sie, daß sie nicht mehr in ihre Heimat Ostpreußen zurückkehren dürfen.
Hunderttausende, die vorerst in ihrer Heimat geblieben sind, werden unter polnischer Herrschaft zu Fremden im eigenen Land. Gisela Bertl schildert die Demütigungen und Schikanen, die sie und ihre Eltern erleiden, bis auch sie 1948 mit wenig Gepäck, Ostpreußen verlassen müssen. Ende 1948 ist nahezu die gesamte deutsche Bevölkerung aus den deutschen Ostgebieten vertrieben.
Nur wenige haben Einfluß darauf, wo sie notdürftig Unterkunft finden. Von den Einheimischen mißtrauisch betrachtet, sind sie oft neuen Anfeindungen ausgesetzt. Selten finden sie Verständnis. Bis sie sich heimisch fühlen, vergehen für die Älteren Jahrzehnte. Viele bleiben fremd und entwurzelt bis zu ihrem Tod. Die Schilderungen stehen stellvertretend für viele Schicksale. Sie zeichnen das Grauen einer Massenvertreibung nach, die in ihrem Ausmaß geschichtlich einmalig ist. Sie zeigen aber auch, wie Hoffnung und Überlebenswille besonders die Jüngeren an eine Zukunft glauben lassen. Die Texte sind mit Fotos und Dokumenten der Verfasser illustriert.

Stark erweiterte, überarbeitete Neuauflage 2007
Geb., 320 Seiten mit Abbildungen und Ortsregister, Karte im Vorsatz

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