Eine Großtat der Menschlichkeit
Zusammenfassende Dokumentation einschließlich der beteiligten Schiffe und Boote von Handelsflotte, Kriegsmarine, Luftwaffe und Heer
Die Massenmedien mit ihrer „Gedenktagkultur" sorgten zwangsläufig dafür, dass nach 60 Jahren eine Ereigniskette von weltgeschichtlicher Dimension vor der Vergessenheit bewahrt wurde: Die „Rettungsaktion Ostsee" mit dem Schwerpunkt in den letzten 125 Tagen des Zweiten Weltkrieges.
Bereits anderthalb Jahrzehnte nach den Vorgängen des Jahres 1945 hatten namhafte ausländische Historiker Urteile gefällt, die Deutschlands Öffentlichkeit kaum sonderlich wahrnahm. Samuel E. Morison, Chef der amtlichen „History of the United States, Naval Operations in World War II" kam zu dem Resume: „Die Rückführung über die Ostsee war sicherlich die größte in der modernen Geschichte, voll der größten Gefahren und Schwierigkeiten." Der Historiker Philip Karl Lundeberg von der Smitsonian Institution, United States National Museum, Washington D.C., bestätigte in der „American Historical Review", dass sich die Räumungseinsätze in der Ostsee tatsächlich als der erfolgreichste Abzug über See in der modernen Geschichte erwies.
So ist es vielleicht von schicksalhafter Bedeutung, dass nach jahrelanger Forschungsarbeit das vorliegende Dokumentarwerk 60 Jahre nach jenem beispiellosen Geschehen der Öffentlichkeit übergeben werden kann. Das Buch bemüht sich um strenge Sachlichkeit und vermeidet neuerliche Hervorhebung der drei dramatischsten Schiffsuntergänge der Seefahrtgeschichte - das tragische Ende der WILHELM GUSTLOFF, der STEUBEN und der GOYA - vor deren Opfer sich freilich auch der Verfasser verneigt. Aber das Anliegen dieses Buches ist umfassender: Es soll die geschichtliche Größe des tatsächlich Erreichten aufzeigen. Es gelang unter fast aussichtslos erscheinenden Umständen, rund 2,5 Millionen Menschen, darunter eine halbe Million Verwundeter, über See in Sicherheit zu bringen.
Ernst Fredmann hatte schon in einer 1971 von der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft herausgegebenen ersten Erinnerungsbroschüre eine Formulierung gefunden, die das Motto zu diesem jetzt vorliegenden Buch abgeben könnte. Dieses würdigt endlich auch die horrenden, bislang weitgehend unbekannt gebliebenen Rettungsleistungen der seefahrenden und fliegenden Einheiten der Luftwaffe sowie Landungspioniere des Heeres. Fredmann schrieb seinerzeit: „Den Transport über See führten in erster Linie zivile Schiffe jeder Art und Größenordnung durch, teils unter der Flagge ihrer Reederei, teils in Charter der Marine." Die Rettungsfahrten wurden immer riskanter, je näher die Fliegerhorste des Gegners an die Verschiffungsplätze und Geleitwege der Flüchtlingsflotte heranrückten. Ab März 1945 griffen allein sowjetische Gardeflieger in 32.567 Fällen die deutschen Schiffe an, währen die Royal Air Force mit über 3.200 abgeworfenen Grundminen die Seewege verseuchte. So mutet es fast wie ein Wunder an, dass tatsächlich nur 1,5 Prozent aller eingesetzten Rettungsschiffe in Verlust geraten sind.
Aus dem Inhalt:
Bilder zur Rettungsaktion
Häfen und Einschiffungsorte während der Rettungsaktion
Zeichenerklärung
Beteiligte Schiffe der Handelsflotte und der zivilen Schiffahrt
Beteiligte Schiffe und Boote der Kriegsmarine
Nachtrag
Beteiligte Schiffe und Boote der Luftwaffe
Beteiligte Fahrzeuge des Heeres
Die Seenotflottillen der Luftwaffe
Schwimmdocks
Die Barkasse HILGENDORF
Zeitzeugenberichte
Meine eigene Rettung über die Ostsee
Transportleistungen 1945
Register
Chronologische Liste der Schiffs- und Menschenverluste
Reedereien und ihre beteiligten Schiffe
Alphabetisches Register der beteiligten Schiffe
Alphabetisches Register der früheren und Zweit-Schiffsnamen
Alphabetisches Register der Schiffsnamen nach Kriegsende
Anhang
Literatur- und Quellennachweis
Übersichtskarten mit den Brennpunkten der Rettungsaktion
Der Autor
ca. 350 Seiten, über 1000 Abbildung(en), Fotos, Skizzen - 29,7 × 21 cm