Köpp: Warum war ich bloß ein Mädchen?

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Art.Nr.: 6905
Gabi Köpp
Warum war ich bloß ein Mädchen?
Das Trauma einer Flucht 1945

Im Januar 1945 überrollt die Rote Armee in einer militärischen Offensive die deutschen Ostgebiete und zwingt die deutsche Zivilbevölkerung zur Flucht. Die fünfzehjährige Gabi Köpp verschlägt es in ein Gehöft, in dem bereits viele andere Vertriebene Zuflucht gesucht haben. Sicher vor den Übergriffen der russischen Soldaten ist sie dort jedoch nicht. Wiederholt wird Gabi Köpp Opfer sexueller Gewalt – rücksichtslos verraten und ausgeliefert von ihren Leidensgenossinnen. Mit klaren, eindringlichen Worten schildert die Autorin in dem Buch „Warum war ich bloß ein Mädchen?“ die ersten Tage ihrer insgesamt fünfzehnmonatigen Flucht und rührt dabei an ein tabuisiertes Thema der Kriegszeit: die Vergewaltigung von Frauen als völkerrechtswidriges Verbrechen. In einem wissenschaftlichen Nachwort beleuchtet die Historikerin Dr. Birgit Beck-Heppner, welche Facetten diese Problematik in der Geschichte besitzt.

Januar 1945: Das schnelle Vorrücken der russischen Truppen an der deutschen Ostfront schlägt unzählige Deutsche in die Flucht. Als Gabi Köpp mit ihrer Schwester Juliane aus ihrem Heimatort Schneidemühl in der damaligen Grenzmark Posen-Westpreußen fliehen muss, ist sie fünfzehn Jahre alt. Ihr Ziel: Berlin. Dort würden die beiden Mädchen wieder mit ihrer Mutter zusammentreffen. Doch die Flucht verläuft anderes als geplant. Der Zug, der die Schwestern in den Westen bringen soll, gerät unter Beschuss. Juliane überlebt den Angriff nicht, Gabi rettet sich in ein Gehöft, in dem sich bereits Flüchtlinge vor den Feinden verstecken. Ein Albtraum beginnt. Zusammengepfercht auf engstem Raum sind die Vertriebenen der Allmacht der russischen Soldaten ausgeliefert. Diese plündern, randalieren und töten – in blinder Wut, aus Rache oder im Rausch. Gabi wird ihre jugendliche Schönheit zum Verhängnis. Soldaten der Roten Armee missbrauchen das Mädchen immer wieder; ihre Leidensgenossinnenliefern sie zudem immer wieder freiwillig in die Hand der Soldaten, um selbst verschont zu werden.
Was sie erlebte, vertraute Gabi Köpp damals nur ihrem Tagebuch an; niemand wollte von diesen dunklen Geschehnissen wissen, auch ihre Mutter nicht, der sie sich gerne anvertraut hätte. Heute hat sie aus diesen Notizen einen erschütternden Bericht über den Beginn ihrer mehrmonatigen Flucht gemacht und gibt dabei Zeugnis von einem fürchterlichen und lange tabuisierten Kapitel der Kriegszeit: das völkerrechtswidrige Verbrechen der Vergewaltigung von Frauen.

Gabi Köpp, geboren 1929 in Schneidemühl im damaligen Posen-Westpreußen, studierte nach ihrer Flucht Physik in Hamburg. Seit 1966 war sie als Dozentin am Lehrstuhl für Theoretische Physik der Technischen Hochschule Aachen tätig, wo sie von 1986 bis 1994 eine außerplanmäßig Professorenstelle innehatte, die sie bis 1999 ehrenamtlich fortführte. Heute lebt sie in Berlin.


Geb., 158 Seiten mit zahlr. Abb

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Diesen Artikel haben wir am Montag, 18. Januar 2010 in unseren Katalog aufgenommen.

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